Sühnekreuz in Martinskirchen

  • Das Sühnekreuz – es wurde ursprünglich an der Stelle errichtet, wo jemand eine Blutrache an dem Mörder seines Verwandten ausgeübt hatte. Dies war nach altgermanischer Art Recht und Pflicht. Als dann die Staatsautorität erstarkte, wurde die Blutrache verboten, denn Mord reihte sich an Mord. Wurde sie trotzdem ausgeübt – so traf den Mörder neben anderen Strafen auch die, ein Sühnekreuz zu errichten.

Kleine Geschichte zum Sühnekreuz an der Kirche in Martinskirchen:

In der Zeit des 30-jährigen Krieges wohnte in Altbelgern ein Bauer. Eines Nacht überfielen feindliche Horden den Hof. Sie plünderten den Hof und trieben das Vieh fort. Der einzige Sohn zog in den Krieg (viele Jahre), um die Horden zu vertreiben. Die Eltern starben.

Ein Verwandter zog auf das Gut. Als Frieden ins Land zog, kehrte der Bauernsohn heim. In Bad Liebenwerda wurde er von einem Dorfbewohner aus Altbelgern gesehen. Dieser erzählte es dem neuen Besitzer (Verwandten). Der Verwandte, der sich das Gut unrechtmäßig angeeignet hatte, war erschrocken und dachte er muss den Hof und das Haus verlassen. So beschloss er, den Heimkehrer umzubringen.

Er wartete am Kirchwege in einer stürmischen Nacht und erschlug den Heimkehrer mit einem Beil. Landsleute fanden ihn und errichteten dort ein steinernes Kreuz. Es soll dort Jahrhunderte gestanden haben. Der Mörder ertränkte sich aus Angst in der Elbe.

Kirchweg führte von Brottewitz nach Martinskirchen übers Feld. Brottewitz gehörte damals mit zum Patronat Martinskirchen. Zum Gottesdienst kamen die Brottewitzer nach Martinskirchen in die Kirche.

1958 wurden die Ackerflächen vergrößert und Flurbegradigungen vorgenommen, der Kirchweg verschwand.

 

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